BURNS HOUSE
BURNS STREET, DUMFRIES
Telephone (01387) 255297

Offnungszeiten April - September Montag - Samstag 10 - 17, Sonntag 14 - 17
Oktober - März Dienstag - Samstag 10-13, 14-17
Eintritt frei

Robert Burns, der bedeutendste schottische Dichter, der in der ganzen Welt als Mann von beachtlichem Talent gilt, wurde am 25. Januar 1759 in Alloway in der Nähe von Ayr geboren. Während er als Jugendlicher auf dem Hof seines Vaters arbeitete, begann er Gedichte zu schreiben, oft zu schottischen Valksweisen. Als er 27 Jahre alt war, wurde seine Hoffnung, seine Liebste, Jean Armour, die Tochter eines Maurers aus Mauchline, zu heiraten, zunichte, als ihs Vater die Beziehung nicht billigte. Er heschloß, nach Jamaika auszuwandern, und um in seiner Heimat nicht in Vergessenheit zu geraten, stellte er eine Gedichtsammlung zusammen. Diese Sammlung ist heute als die Kilmarnock-Ausgabe bekannt und die 600 Bücher, die gedruckt wurden, sind sehr wertvoll.

Im Jahre 1786 als der Dichter im Zusammenhang mit einer zweiten Auflage seines Buches Edinburgh besuchte, wurde er von der dortigen Gesellschaft jubelnd als "Barde Kaledoniens" begrüßt. Als er bekannter wurde und seine finanziells Situation gesicherter wurde, beschloß er, in Schottland zu bleiben und sich wieder der Landwirtschaft zuzuwenden. Im Juni des folgenden Jahres besuchte er nach einer Rundreise durch das südliche Schottland zum ersten mal Dumfries. Während seines Aufenthaltes wurde er dort zum Ehrenbürger der Stadt ernannt und er akzeptierte das Angebot, Ellisland Farm einige Meilen nördlich von Dumfries zu pachten. Zu Hause in Ayrshire wurde er begeistert begrüßt, und bald darauf heiratete er Jean Armour.

Die Familie zog nach Ellisland, aber der Hof bereitete ihnen nur Verdruß, da der Boden schlecht und sowohl für den Ackerbau als auch für die Viehzucht unzureichend war. Um seine Einkünfte aufzubessern, arbeitete Burns für das örtliche Zoll- und Finanzamt und trieb die Steuern für Verbrauchsgüter ein. Zwangsläufig griff die Belastung der beiden vollwertigen Beschäftigungen seine Gesundheit an. Für eine Zeit mußte er auch noch viel reisen. Aufgrund der geringen Erträge seines Hofes wurde Burns immer mehr von den Einkünften als Zoll- und Steuerbeamter abhängig. Schließlich gab er den Hof im Jahre1791 auf und zog mit seiner Familie in eine kleine Wohnung in der Wee oder Stinking Vennel, d.h. die "Kleine" oder "Stinkende Gasse" in Dumfries, die heute Bank Street heißt.

Burns war eine schillernde Gestalt der Gesellschaft von Dumfries. Im Februar 1792 kaperte er mit einer Gruppe von Zoll- und Steuerbeamten die Brigg "Rosamund" wegen Schmuggelns angeklagt. Das Schiff und seine Ladung wurden konfisziert und versteigert. Als Demokrat war Burns ein Anhänger der Revolution, die zu dieser Zeit in Frankreich stattfand. Der Überlieferung zufolge kaufte er bei der Versteigerung vier kleine Kanonen und schickte sie den Revolutionären als Geschenk. Deshalb und aufgrund seiner vemuteten Teilnahme an einem Chor von "Ca ira" (der Hymne der Revolution) im Theatre Royal in Dumfries schien seinen Vorgesetzten seine Loyalität als Steuerbeamter fragwürdig. Letztendlich konnte er seine Stelle behalten, wurde aber angewiesen, "sich ruhig zu halten und zu gehorchen".

Inzwischen hatte Burns fünf Kinder, und die kleine Drei-Zimmer-Wohnung wurde für die größer werdende Familie etwas eng. Glücklicherweise entwickelte sich seine Karriere als Steuerbeamter günstig, so daß er 1793 in ein größeres Haus in der Mill Street umziehen konnte, die später ihm zu Ehren zu Burns Street umbenannt wurde.

Das Haus, das jetzt den Namen "Burns House" trägt, ist ein geräumiges Gebäude aus rotem Sandstein mit zwei Schlafzimmern, einem Wohnzimmer, einer Küche und einem kleinen Raum über der Eingangstür, den der Dichter als Arbeitszimmer und Büro benutzte. Heute sind zwei der Räume dem Werk und den Hinterlassenschaften des Dichters gewidmet, während die übrigen Zimmer im Stil der damaligen Zeit möbliert sind. Der Raum, in dem er über hundert seiner bekanntesten Gedichte schrieb und in dem er mit seinem Diamantring seinen Namen in eines der Fenster ritzte, ist noch zu sehen. Weiterhin ausgestellt ist die Pistole, die Burns als Zoll- und Steuerbeamter trug, die man vor kurzem in Kanada entdeckte und nach Dumfries zurückgebracht wurde, der Stuhl, auf dem er seine letzten Gedichte und Lieder schrieb, die berühmte Kilmarnock- und Edinburgh-Ausgaben seiner Gedichte und viele Einrichtungsgegenstände des 18. Jahrhunderts.

In der Mill Street verbrachte die Familie eine angenehme Zeit. Sie hatten ein Dienstmädchen, und die Räume waren stattlich möbliert. Sie empfingen viele Besucher, und trotz seiner sich verschlechternden Gesundheit spielte Burns eine aktive und hervorragende Rolle im Leben der Stadt.

Im Sommer 1796 schließlich war der Dichter ernsthaft krank. Die langen Zeiten körperlicher Arbeit, erst auf dem Hof seines Vaters und dann auf Ellisland, hatten sein Herz geschwächt. Tragischerweise stellten die Ärzte die Fehldiagnose Gicht fest und verordneten eine Reihe von Seebädern in Brow Wells, zehn Meilen südlich von Dumfries. Jeden Tag watete Burns in das kalte Meerwasser und so verursachte eine unvermeidliche Verschlimmerung seines Zustandes. Am 18. Juli kehrte er in einem kleinen Karren nach Dumfries zurück. war aber kaum fähig zu stehen, als er die Haustreppe hinaufging. Drei Tage später starb er.

Er wurde ganz in der Nähe auf dem Friedhof St. Michael bestattet, aber im Jahre 1813 riefen mehrere Freunde und Bewunderer eine öffentliche Spendenaktion für den Bau eines Denkmales ins Leben. Der Grundstein des neuen Mausoleums auf dem Friedhof von St. Michael wurde im Juni 1815 gelegt, und die sterblichen Überreste des dichters wurden im September 1817 in das neue Grab überführt.

Seitdem sind Tausende von Menschen aus der ganzen Welt gekommen, um Burns an seinem Grab Respekt zu erweisen und um die letzte Heimstatt des größten schottischen Dichters zu sehen.